Montag, 30. Juli 2007

Goodbye, Glasgow...

... dirty old town (listen to music)

Mit diesem wohl letzten Eintrag schliess ich meinen Blogg und die Berichterstattung aus Schottland. Aufgrund der Arbeiten an der Disseratation und einem ausgefüllten Freizeitleben blieb mir wenig Zeit für ausführliche Blogg-Berichte. Umso mehr werde ich daheim zu erzählen haben.

Bevor ich endgültig in die Schweiz zurückkehre, werde ich mich auf meine CELTIC-Tour 07 begeben, die mich nach Nordirland, Irland und in die schottischen Highlands bringen wird. Am 31.8.2007 ist es soweit: Mein Flugzeigt wird in Zürich landen. Bis dahin wünsche ich dem/der geneigten Leser/in noch eine schöne Sommerzeit daheim oder anderswo.

In diesem Sinne, verbleibe ich mit


Montag, 4. Juni 2007

Kanu-Trip an den Etive River

Das letzte Wochenende bin ich dem Ruf des universitären Kanu-Clubs an ein Paddel-Wochenende gefolgt. Ziel dieser dreitägigen Reise war der Etive River nahe des Glencoe Passes auf ca. 1200 M.ü.M. im westlichen Schottland. Vor der Abreise galt es, das ganze Kanu-Material für rund 25 Personen zusammenzutragen und auf einen Kleinbus aufzuladen. Nach gut einer Stunde waren wir für das kommende Abenteuer bereit. Gut gelaunt fuhren wir in der herrlichen Abenddämmerung dem Sonnenuntergang entgegen. Auf halber Strecke hielten wir kurz für einen Pit-stopp, um die leeren Mägen zu füllen. Gegen 20.00 Uhr trafen wir schliesslich auf dem Campingplatz ein. Dieser war kein eigentlicher Platz im engeren Sinne, sondern vielmehr eine frei liegende Wiese, die offenbar niemand anderswärtig benutzte. Gleich nebenan fand sich ein feines Hotel, das King's House, das v.a. trendige Wanderer beherbergte.


Als erster mussten die Zelte ausgepackt und aufgestellt werden, was angesichts des moorigen Untergrunds nicht allzu schwierig war. Danach ging's gleich auf eine Besichtigung der Kanu-Tour. Der Etive zeigte sich von seiner freundlichen Seite und trug einen für Anfänger optimalen Wasserstand. Nichtsdestotrotz war mir beim Anblick der einen oder andern Stromschwelle etwas mulmig zu Mute... Den Abend verbrachten wir dann alle gemeinsam im Pub des King's House, voller Vorfreude ging es dann zeitig zu Bett.

Der nächste Morgen begann erst einmal mit einem zünftigen Frühstück. Brot und Speck, den wir mitgebracht hatten, wurde geröstet bzw. gebrachten, sodass sich niemand über eine mangelhafte Ernährung beklagen durfte. Mit dem Bus fuhren wir zum Einstieg, das Wetter etwas trüb, aber noch trocken. Bald sollte sich zeigen, worin der Unterschied zwischen Profi- und Amateur-Kanute besteht: Alle anderen konnten auf beste - sprich absolut wasserdichte - Outdoorkleider mit Neopren-Anzug zählen. Ich musste mich mit einem langarmigen T-Shirt und kurzen Hosen begnügen. Zum Glück hatte ich mir im Klubhaus noch einen Überzug und eine Weste gekrallt... Zum Nachdenken blieb dann keine grosse Zeit mehr. Schnell fand ich mich im Wasser wieder und der ersten Stromschnell gegenüber.
Die Anweisungen meiner Kollegen lauteten kurz und knapp: "Den anderen nachfahren und paddeln, paddeln, paddeln - und sich keine Gedanken machen!" Mit dieser Devise funktionierte die ganze Sache sehr gut, wenn auch anfangs noch etwas unsicher. Ich fand meinen Weg und hatte den ganzen Tag keinen einzigen Taucher. Zugegeben, den grössten Wasserfall liess ich aus... Andererseits war ich froh, dass ich nicht zum voraus wusste, wie hoch die Stromschnellen wirklich waren.











Leider kann ich noch keine Fotos von mir ins Netz stellen. Dies werde ich nachholen, sobald ich sie von meinen Kanu-Kollegen erhalten habe.
Nach rund sechs Stunden sind wir alle gesund und munter wieder in unser Base-Camp zurückgekehrt. Zwar froren wir alle mittlerweile, weil uns das Wetterglück verlassen hatte. Es regnete in Strömen. Da kam uns das Pub in der Nähe zu gute, wo wir uns stärken und auf Besserung warten konnten. Gegen Abend hellte es tatsächlich auf und wir konnten unser Barbecue wie geplant durchführen. Weil später wieder Regen einsetzte, schwoll der Etitve bis am folgenden Tag auf ein beachtliches Niveau an. Dieses lies nur noch ein Paddeln für die ausgefuchsten Kanuten unter uns zu. D.h. es wagten sich nur noch gut die Hälfte der Teilnehmer ins Wasser. Die ausgewöhnlich vielen Taucher zeugten von nicht ganz einfachen Bedingungen. Alle Stürze verliefen aber glimpflich und wir kehrten wohlbehalten wieder nach Glasgow.

Alles in allem war es ein riesen Erlebnis!! Ich kann allen nur empfehlen, sich nach Möglichkeiten dem Kanu-Sport zu widmen. Wer einen abwechslungsreichen Sport ausüben will, wird sich mit Paddel und Boot wohl fühlen.


Liebe Grüsse


Curdin

Dienstag, 15. Mai 2007

"There are two rules for drinking whisky. First never take whisky without water, and second never take water without whisky". CHIC MURRAY, 1977

Seit dem letztem Eintrag ist wiederum etwas Zeit vergangen und manch einer wird sich fragen, was ich in der Zwischenzeit so getrieben habe. Andere "Zeitgenossen", die ebenfalls gerade im Ausland weilen, scheinen mit ihren Blog-Nachrichten etwas fleissiger...

Das letzte Wochenende haben Dani, mein Mitstreiter aus St.Gallen, und ich Edinbourgh besucht und ein intensives Wochenende erlebt. In diesem schönen "Städtchen" haben wir im Royal Muesum of Scotland übrigens die obige Lebensweiseheit (im Titel) entdeckt... irgendwie typisch (für Schottland). Trotz miesem Wetter sind wir aufgebrochen, die malerische Altstadt mit dem alles überragenden Schloss zu erkunden. Offenbar haben die Basler Trommler, die vor zwei Jahren am Military Tatoo (= Militärmusik-und-Marsch-Fahnenschwing-Wettbewerb) teilnahmen, einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Jedenfalls hat man uns, darauf angesprochen... Unser dicht gedrängtes Programm führte uns auch ins "Scotch Whisky Heritage Centre", wo wir uns (wieder einmal) dem schottischen Nationalgetränk in Wort, Bild und Ton widmeten. Selbstverständlich durfte eine Degustation nicht fehlen, was nicht nur zu einem warmen Magengefühl führte, sondern auch eine einjährige Mitgliedschaft in der "Scotch Whisky Appreciation Society" einbrachte. Diese edle Mitgliedschaft ist quasi inklusive. Später am Abend haben wir uns ins Nachleben gestürtzt. Im "The Three Sisters" angelangt, konnten wir erstaunt feststellen, dass sich die Briten nicht nur im Ibiza "befremdend" aufführen können, sondern auch bei sich zuhause. So schien es keinen zu stören, dass jemand im Hasenkostüm, ein anderer als Clown verkleidet auf die Tanzfläche stürzte. Andere Länder andere Sitten... aber immer ein Besuch wert.

In diesem Sinne hoffe ich, reglemässiger von meinen Abenteuern zu berichten.... und verbleibe mit


Liebe Grüsse Curdin



PS: Für alle, die am schönen Wetter in Glasgow zweifeln, sind folgende Impressionen gedacht.













Montag, 7. Mai 2007








Weiteres zu Geschichte und Geschichten aus Schottland folgt bald.

























Dienstag, 20. März 2007

Help! My dog's as fat as me!




Die ist der Titel der neuesten Errungenschaft britischer TV-Kultur. Der geneigte TV-Liebhaber wird schon ahnen, worum es sich in dieser pädagogisch wertvollen Sendung geht: Das übergewichtige Frauchen hat aus Frust auch noch den Vierbeiner mit Essen voll gestopft, sodass nun beide die Waage zum Sprengen bringen und infolgedessen zur Kur ‚getragen’ werden müssen. Den Rest können wir uns an dieser Stelle eigentlich sparen…
Seit meinem letzten Eintrag habe ich so einiges erlebt. Frohen Mutes bin ich dem universitären Kanu-Club beigetreten. Jede Woche versuche ich nun, im Schwimmbad – also auf ruhigem Gewässer vorerst – das Paddel zu schwingen. Das klappt schon ganz ordentlich. Die Eskimorolle gehört dann schon eher in die Kategorie „Jeder muss dran glauben!“. Obwohl es für Aussenstehende einfach aussieht und auch das Anschauungsmaterial auf Youtube keine grösseren Schwierigkeiten erahnen lässt, hat sie es in sich. Es gilt, den natürlichen Trieb zu unterdrücken, nach dem Eintauchen zuerst den Kopf über die Wasseroberfläche zu pressen. Alles entscheidend ist, mit dem Becken dem Kanu einen Kick zu verleihen, sodass sich das Boot dreht und dabei den Körper nachzieht. Gar nicht einfach! Ich werde aber am Ball bleiben…

Fussballtechnisch war die letzte Zeit - zumindest aus der Celtic-Perspektive – ernüchternd: zuerst das Ausscheiden gegen die AC Milan in der Championsleague, dann auch noch die Niederlage gegen den Stadtrivalen Rangers Glasgow. Es werden wieder bessere Zeiten anbrechen. Deshalb habe ich entschlossen, mein eigenes Celtic-FC-Shirt zu erwerben – quasi als Frustkauf (zu finden unter http://www.celticfc.net/).

Das vergangene Wochenende habe ich den ersten Schritt in Richtung Whisky-Kenner gemacht. Etwa 30 Minuten Busfahrt vom Zentrum entfernt befindet sich die Glengoyne-Distillerie, eine schmucke Anlage aus dem Jahre 1833. Nebst dem Produktionsprozess ist viel über das Whiskygetränk selbst – auch Wasser des Lebens genannt – zu erfahren. Selbstverständlich gehört auch eine Kostprobe zu einer richtigen Whiskytour (http://www.glengoyne.com/).

See you later!

Curdin

Sonntag, 4. März 2007

Dirty Weekenders...

Nach einem Monat hier in Glasgow kann ich das erste Fazit ziehen: Start geglückt! Die Strassennamen sind mir nicht mehr ganz fremd, das Bussystem lüftet langsam aber sicher seine Geheimnisse und einige Stammpubs habe ich auch gefunden (vorzugsweise Pubs mit mehr als einem TV-Gerät und Leinwand, da macht Rubgy-Klassiker wie Schottland vs England erst so richtig Spass)


Wenn am Abend Zeit bleibt, geniesse ich auch 'mal das Fernsehprogramm. Sicher ist, dass die Briten Reality-TV-Shows lieben. Mein absoluter Favorit ist die Sendung "Fat men can't hunt". Da werden 20 extrem übergewichtige, rothäutige Iselbewohner in den südafrikanischen Busch geschickt, wobei sie zusammen mit den Eingeborenen ihr Futter selber jagen und erlegen müssen. Komischerweise erinnern mich diese Leute alle an "kleines fettes Rooney".


Wie an allen Universitäten besteht auch hier ein überaus grosszügiges Angebot an Sport-, Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. Neben Frauen-Rubgy (!) ist mir gleich ein Club namens "Dirty Weekenders" aufgefallen. Im offiziellen Uni-Guide beschreiben sie sich wie folgt: "Dirty Weekenders isn't a swingers club but in fact the University's environmental conservation society. [...]. Dirty Weekenders is all about getting your hands dirty, seeing more of Scottland ...". Irgendwie konnte ich mich noch nicht dazu bewegen, bei diesem Club vorbeizuschauen (mehr Infos für Interessierte gibt es unter: http://www.flickr.com/photos/weegiedirtyweekenders/)

Ich melde mich dann wieder

Montag, 12. Februar 2007

Erste Erfahrungen ...

Meine erste Woche hier in Glasgow ist um und es gibt bereits einige "Schmankerl" zu erzählen. Die grösste Herausforderung ist, sich im ziemlich unübersichtlichen ÖV-System zurecht zu finden. Nicht nur dass die Busse, jede Stunde zu einer anderen Zeit abfahren, auch die Ticketpreise scheinen je nach Stunde zu variieren. Ob dieses Pricing-System wirklich so flexibel ist oder die Busfahrer mich einfach übers Ohr hauen, ist eine andere Frage... Ansonsten besuche ich fleissig die örtlichen Museen, die dank freiem Eintritt immer überfüllt zu sein scheinen. Am Wochende wurde ich Zeuge der schottischen Notfallplanung. Als ich mir gerade eine äusserst innovative Videoinstallation zu Gemüte führte, ging plötzlich eine Ohren betäubende Sirene ab. Unsicher, ob dies jetzt zum Gesamtkunstwerk gehört oder ob der Ernstfall eingetreten war, begab ich mich sicherheitshalber mal zum Ausgagng. Tatsächlich tummelten sich dort bereits zahlreiche Besucher. 3 Minuten später war dann auch die Feuerwehr im Gebäude ... Derweil versuche ich Tickts für ein Fussballspiel von Celtic Glasgow zu orgnisieren. Das letzte Spiel am Samstag war bereits am Dienstag Abend ausverkauft. Wenn's gegen einen Absteiger geht, gibt's dann hoffentlich auch einen Platz für mich. Stattdessen lohnt es sich, die Fussball- und Rugbyspiele in einem Pub anzuschauen. Die "Glasgoaner" können sehr emotional werden, vor allem wenn die englische Rubgy-Nationalmannschaft der schottischen so richtig den Hintern versohlt (und der Schiedsrichter zugegebnermassen einen riesen Fehlenscheid trifft). Ich werde mich wieder melden, sobald es mehr oder minder Interessantes zu berichten gibt.

Grüsse Curdin
(v/o Mäxäm, v/o Innuendo)